Die anhaltende Hitze und Trockenheit könnte für Verbraucher schon bald an der Supermarktkasse spürbar werden. Branchenvertreter und Landwirtschaftsverbände rechnen damit, dass sich Bio-Milch, Käse, Butter und weitere Molkereiprodukte in den kommenden Monaten verteuern könnten. Ursache ist vor allem der zunehmende Mangel an Futter für ökologisch wirtschaftende Betriebe.
Besonders betroffen sind Bio-Betriebe, die ihre Tiere überwiegend mit selbst erzeugtem oder ökologisch zertifiziertem Futter versorgen müssen. Aufgrund der ausbleibenden Niederschläge sind die Erträge auf Wiesen und Weiden vielerorts deutlich geringer ausgefallen. Das führt dazu, dass die Futtervorräte schneller schwinden als geplant und Ersatzfutter nur begrenzt verfügbar ist.
Um die Versorgung der Tiere sicherzustellen, haben mehrere Bundesländer bereits Ausnahmeregelungen nach dem europäischen Öko-Recht aktiviert. Bio-Landwirte dürfen unter bestimmten Voraussetzungen vorübergehend konventionelles Heu oder Silage zukaufen, ohne ihren Bio-Status zu verlieren. Diese Sonderregelungen sollen verhindern, dass Tierbestände reduziert werden müssen oder Betriebe in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.
Dennoch entstehen den Betrieben zusätzliche Kosten. Konventionelles Futter ist vielerorts ebenfalls knapp und entsprechend teuer. Hinzu kommen steigende Aufwendungen für Bewässerung, Energie und Transport. Diese höheren Produktionskosten könnten sich nach Einschätzung von Marktbeobachtern zunehmend auf die Verbraucherpreise auswirken.
Besonders betroffen wären Produkte aus der ökologischen Milchviehhaltung. Bio-Milch, Käse, Butter, Joghurt und Quark könnten im Herbst und Winter teurer werden, wenn sich die angespannte Versorgungslage fortsetzt. Wie stark die Preissteigerungen letztlich ausfallen, hängt jedoch maßgeblich davon ab, ob in den kommenden Wochen ausreichend Niederschläge fallen und sich die Futtersituation entspannt.
Landwirtschaftsexperten weisen darauf hin, dass Bio-Betriebe aufgrund der strengeren Vorgaben bei der Fütterung weniger flexibel reagieren können als konventionelle Betriebe. Gleichzeitig betonen sie, dass die aktuellen Ausnahmeregelungen ausschließlich der Sicherung des Tierwohls dienen und keine grundsätzliche Abkehr von den Anforderungen des ökologischen Landbaus darstellen.
Für Verbraucher bedeutet dies vorerst keine unmittelbaren Preissprünge. Sollten Dürre und Futtermangel jedoch anhalten, dürfte sich der Kostendruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette erhöhen – mit der Folge, dass Bio-Milchprodukte in den kommenden Monaten spürbar teurer werden könnten.
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