Die anhaltende Trockenheit setzt der Landwirtschaft in Baden-Württemberg immer stärker zu. Besonders betroffen sind Bio-Betriebe, denen zunehmend das Futter für ihre Tiere ausgeht. Das Land hat deshalb den Katastrophenfall im Sinne des europäischen Öko-Rechts ausgerufen und damit den Weg für außergewöhnliche Hilfsmaßnahmen freigemacht.
Wochenlang ausgebliebene Niederschläge haben Wiesen und Weiden austrocknen lassen. Die Erträge auf Grünlandflächen reichen vielerorts nicht mehr aus, um Rinder, Schafe und andere Nutztiere ausreichend mit Futter zu versorgen. Vor allem Heu, Silage sowie Ackergras und Klee sind knapp geworden.
Mit der Ausrufung des Katastrophenfalls erhalten ökologisch wirtschaftende Betriebe nun die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen auch konventionell erzeugtes Grünland- und Ackerfutter zuzukaufen. Hierfür müssen die betroffenen Landwirte eine Ausnahmegenehmigung bei der zuständigen Öko-Behörde des Regierungspräsidiums Karlsruhe beantragen. Die Maßnahme soll sicherstellen, dass die Versorgung der Tiere trotz der außergewöhnlichen Dürre gewährleistet bleibt.
Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wirtschaften in Baden-Württemberg rund 4.780 Ökobetriebe. Sie machen knapp 14,6 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe im Land aus und könnten von der Ausnahmeregelung profitieren.
Das Landwirtschaftsministerium prüft darüber hinaus weitere Unterstützungsmaßnahmen. Diskutiert werden unter anderem die zeitweise Freigabe von Brachflächen für die Futternutzung sowie finanzielle Hilfen bei Transport- und Beschaffungskosten. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Folgen der außergewöhnlichen Trockenheit für die Betriebe möglichst abzufedern.
Die aktuelle Situation verdeutlicht, wie stark die Landwirtschaft unter den Auswirkungen extremer Wetterlagen leidet. Während konventionelle Betriebe in vielen Fällen flexibler auf alternative Futtermittel zurückgreifen können, gelten für Bio-Betriebe aufgrund der europäischen Öko-Vorgaben strengere Anforderungen. Erst durch die Feststellung eines Katastrophenfalls können diese Regeln zeitweise gelockert werden, ohne dass die Betriebe ihren Bio-Status verlieren.
Landwirtschaftsverbände beobachten die Entwicklung mit Sorge. Sollte die Trockenheit anhalten und weiterhin kaum Niederschläge fallen, könnten zusätzliche Maßnahmen erforderlich werden. Bereits jetzt zeigt sich, dass die Folgen des Klimawandels für viele landwirtschaftliche Betriebe zunehmend zu einer wirtschaftlichen Herausforderung werden.
Die Entscheidung Baden-Württembergs gilt deshalb nicht nur als kurzfristige Nothilfe für die betroffenen Bio-Bauern, sondern auch als Signal dafür, wie dringend sich
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