Der Bio- und Öko-Sektor in Deutschland entwickelt sich trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten weiterhin positiv. Sowohl in der ökologischen Landwirtschaft als auch im Bio-Lebensmittelhandel sind stabile Wachstumszahlen zu verzeichnen. Gleichzeitig steht die Branche jedoch vor strukturellen Herausforderungen, insbesondere im Wettbewerb mit konventionellen Anbietern und durch verändertes Verbraucherverhalten.

Wachstum des Bio-Markts

Im Jahr 2024 gaben Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland rund 17 Milliarden Euro für Bio-Lebensmittel und -Getränke aus. Dies entspricht einem Zuwachs von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Nachfrage wird sowohl durch steigende Preise als auch durch stabile Absatzmengen getragen. Besonders der Lebensmitteleinzelhandel und Discounter haben ihr Bio-Angebot weiter ausgebaut und verzeichneten ein Umsatzplus von rund sieben Prozent.

Ausbau der ökologischen Landwirtschaft

Auch die ökologische Landwirtschaft wächst weiter. Ende 2023 wirtschafteten 36.680 Betriebe ökologisch – das sind etwa 14 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche betrug rund 1,9 Millionen Hektar, was einem Anteil von rund 11 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche entspricht.

Verarbeitung und Beschäftigung

Die Verarbeitungsstufe der Bio-Branche zeigt ebenfalls Dynamik: 2023 waren mehr als 22.000 Betriebe in der Verarbeitung von Bio-Produkten tätig. Insgesamt bietet die Bio-Wirtschaft rund 380.000 Menschen einen Arbeitsplatz – ein deutlicher Beleg für ihre wachsende volkswirtschaftliche Relevanz.

Herausforderungen im Fachhandel

Trotz des insgesamt positiven Trends geraten kleinere Bio-Fachgeschäfte zunehmend unter Druck. Der Markt wird zunehmend von großen Handelsketten dominiert, was den Wettbewerb verschärft. Darüber hinaus zeigen Untersuchungen, dass durch gestiegene Lebenshaltungskosten viele Verbraucher ihre Ausgaben für nachhaltige Produkte überdenken. Die Preissensibilität nimmt zu, was den Absatz im höherpreisigen Bio-Segment erschwert.

Politische Zielsetzung und Ausblick

Die Bundesregierung verfolgt mit der „Bio-Strategie 2030“ das Ziel, den Anteil der ökologischen Landwirtschaft auf 30 Prozent der gesamten Fläche zu erhöhen. Prognosen gehen derzeit von einem möglichen Bio-Anteil zwischen 8,1 und 17,3 Prozent bis zum Jahr 2030 aus – je nach politischer Unterstützung und Flächenentwicklung.

Fazit

Der Bio- und Öko-Sektor in Deutschland befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs und trägt zunehmend zur nachhaltigen Entwicklung des Ernährungssystems bei. Trotz positiver Zahlen müssen Herausforderungen wie die Marktverdrängung kleiner Anbieter und ein sich wandelndes Konsumverhalten adressiert werden, um das langfristige Ziel eines ökologischeren Landwirtschaftssystems zu erreichen.

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