Lebensmittel-Siegel sollen Orientierung bieten, sorgen aber oft für Verwirrung. Wichtig ist: Sind die Siegel staatlich geschützt und wer kontrolliert sie?
Bio – was wirklich dahinter steckt
Geschützt sind nur die Begriffe Bio/Öko. Formulierungen wie „aus kontrolliertem Anbau“ oder „ungespritzt“ klingen gut, sind aber nicht geregelt.
EU-Bio & deutsches Bio-Siegel:
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gleiche Standards
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keine Gentechnik
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keine synthetischen Pestizide
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artgerechtere Tierhaltung
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jährliche Kontrollen
Bio-Verbände (z. B. Bioland, Demeter, Naturland):
Strengere Kriterien als EU-Bio – vor allem beim Tierwohl.
Klimaneutral-Siegel – kritisch betrachten
„Klimaneutral“ ist nicht geschützt und oft irreführend. Meist wird nur mit CO₂-Zertifikaten kompensiert, nicht wirklich reduziert. Besonders bei Fleisch ist Vorsicht geboten.
Fisch & Meeresfrüchte
Ein staatliches Siegel gibt es nicht. Orientierung bieten:
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MSC/ASC – aber weniger streng als Bio
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WWF-Fischratgeber für nachhaltige Empfehlungen
Tierwohl
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Bio-Verbände haben die strengsten Regeln
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Initiative Tierwohl: freiwillig, sagt wenig über echte Haltung aus
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Haltungsform 1–4: Stufe 4 entspricht Bio
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QS: Qualität & Hygiene, aber keine Nachhaltigkeitskriterien
Ohne Gentechnik
Kennzeichnet gentechnikfreie Herstellung, bei tierischen Produkten v. a. gentechnikfreies Futter.
Regionalsiegel
Sehr unterschiedlich. EU-Siegel wie g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) und g.g.A. (geografische Angabe) schützen Herkunft.
Vegan & vegetarisch
V-Label: Kennzeichnet vegane/vegetarische Produkte – sagt aber nichts über Umweltstandards aus.
EcoVeg oder Bio + vegan = ökologisch UND pflanzlich.
Fairer Handel
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Fairtrade: bessere Arbeitsbedingungen, Mindestpreise, ökologische Grundstandards
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GEPA: Unternehmen mit Fokus auf fairem Handel, meist auch bio
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Naturland Fair: kombiniert Bio + faire Bedingungen
WWF-Logo
Kein eigenes Siegel. Es kennzeichnet Produkte, die bereits mindestens ein anerkanntes Nachhaltigkeitssiegel tragen und WWF-Kriterien erfüllen.
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