Erneuerbare Energien haben 2024 fast 60 Prozent unseres Strombedarfs gedeckt – ein historischer Höchstwert. Vor nur zehn Jahren lag ihr Anteil noch bei mageren 26 Prozent. Dieser rasante Anstieg zeigt: Die Energiewende ist in vollem Gange. Doch wie realistisch ist es, dass die Erneuerbaren – wie im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorgesehen – bereits 2030 80 Prozent der deutschen Stromnachfrage decken?

In der aktuellen Ausgabe von eco@work beleuchten wir diese Frage und diskutieren, wie der Ausbau weiter gelingen kann – schnell, gerecht und regional ausgewogen.

Ausbau im Rekordtempo – aber reicht das?

Die Zahlen stimmen optimistisch, doch der Weg zur 80-Prozent-Marke ist anspruchsvoll. Denn mit steigendem Anteil erneuerbarer Energien wachsen auch die Anforderungen an Netzausbau, Speicherlösungen und die regionale Verteilung. Nicht alle Bundesländer produzieren gleich viel Ökostrom – vor allem im windreichen Norden wird mehr eingespeist als im Süden verbraucht wird. Eine gerechte Verteilung und bessere Integration in bestehende Infrastrukturen sind entscheidend, um Versorgungssicherheit und Akzeptanz zu gewährleisten.

Hemmnisse beim Ausbau: Bürokratie, Flächen, Akzeptanz

Im Interview mit eco@work erläutert Maria Deutinger von der Stiftung Umweltenergierecht, wo es noch hakt: Langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren bremsen den Ausbau ebenso wie Flächenkonkurrenzen und rechtliche Unsicherheiten. Auch gesellschaftliche Akzeptanz vor Ort ist ein Schlüsselfaktor – denn ohne die Zustimmung von Kommunen und Bürger*innen bleibt der Bau neuer Wind- und Solaranlagen schwierig.

Wie der Ausbau beschleunigt werden kann

Deutinger betont, dass klare gesetzliche Rahmenbedingungen, mehr Tempo in der Verwaltung, und faire Beteiligung der Bevölkerung zentrale Hebel sind, um den Ausbau zu beschleunigen. Kommunen brauchen mehr Gestaltungsspielraum, Bürger*innen müssen profitieren können – etwa durch Bürgerenergieprojekte oder lokale Stromtarife.

Fazit: 80 Prozent sind möglich – wenn wir jetzt entschlossen handeln

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt: Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist machbar – aber kein Selbstläufer. Um das Ziel von 80 Prozent bis 2030 zu erreichen, braucht es politischen Willen, klare Rahmenbedingungen und eine sozial gerechte Umsetzung. Denn nur so wird die Energiewende nicht nur technisch, sondern auch gesellschaftlich ein Erfolg.

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