Veganuary 2026. Die Welt probiert pflanzlich – Discounter, Supermärkte und Restaurants bringen neue vegane Produkte auf den Markt, Werbekampagnen laufen auf Hochtouren, pflanzenbasierte Ernährung wird zum Trend, zum Statement, zur Gewohnheit.
Und McDonald’s?
Startet eine „Veggie-Plattform“ – ohne ein einziges veganes Produkt.
Was wie ein schlechter Witz klingt, ist Realität. Während andere Marken den Veganuary nutzen, um neue Zielgruppen anzusprechen, verspielt McDonald’s die Chance mit Ansage.
Veggie ja, vegan nein – und das im Veganuary
Die Fast-Food-Kette stellt zum Jahresbeginn Burger, Wraps und Salate mit vegetarischen Patties vor. Klingt gut – bis man genauer hinsieht: Keines der neuen Produkte ist vegan. Keines.
Selbst das einzige „pflanzenbasierte“ Produkt im Sortiment, die McPlant-Nuggets, sind nicht vegan, weil sie in derselben Fritteuse wie Hähnchen landen. Eine Scheibe Tofu auf dem Grill? Nicht bei McDonald’s – außer vielleicht als Beilage zum Fleischgeschmack.
„Keine Nachfrage“ – oder kein echtes Interesse?
Auf Nachfrage heißt es: Vegane Produkte hätten sich „in der Vergangenheit zu wenig verkauft“. Ein klassisches Henne-Ei-Problem. Wer nichts anbietet, wird auch keine Nachfrage erzeugen.
Statt den Mut zu haben, vegane Optionen konsequent weiterzuentwickeln und zu bewerben, erklärt McDonald’s sinngemäß: Unsere Kunden wollen halt den typischen McDonald’s-Geschmack – und vegan passt da nicht rein.
Ein fatales Signal – gerade an die junge Zielgruppe. Denn in der Gen Z lebt bereits jeder zehnte Mensch vegan oder vegetarisch. Das ist keine Nische mehr. Das ist die Zukunft.
Wenn Burger King zeigt, wie es geht
Die Konkurrenz schläft nicht: Burger King erweitert sein veganes Angebot pünktlich zum Veganuary. Offenbar geht auch bei Fast Food beides – Geschmack und Haltung.
McDonald’s dagegen zieht sich auf eine bequeme Position zurück: lieber günstige Tierprodukte aus Massentierhaltung, als neue Wege zu wagen. Zwar wirbt man mit „Tierwohl“ und „Klimabewusstsein“, aber die Realität auf dem Grill spricht eine andere Sprache: 40.000 Tonnen Rind, 25.000 Tonnen Geflügel – pro Jahr, allein in Deutschland.
Verpasste Chancen, veraltetes Denken
Der Veganuary ist mehr als ein Ernährungstrend. Er ist ein gesellschaftliches Experiment – ein Test, wie viele Menschen sich für bewussteren Konsum entscheiden, wenn das Angebot stimmt.
McDonald’s hätte diesen Moment nutzen können. Stattdessen zeigt man: Wer vegan lebt, ist hier nicht wirklich willkommen.
Es bleibt die Hoffnung, dass der Druck von außen wächst. Und vielleicht der Tag kommt, an dem McDonald’s nicht mehr auf Rückschritt kocht – sondern auf Zukunft.
Fazit: Der Veganuary zeigt, wer es ernst meint. Und wer nicht.
McDonald’s hat sich entschieden. Leider gegen Veränderung – und gegen die Menschen, die sie leben.
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