Zitronen mit Siegel, Milch mit Gewissen, Gemüse mit Herkunft: Der Hunger auf Bio ist in Deutschland zurück – und größer denn je. Nach einer kurzen Flaute im Inflationsjahr 2022 steuert der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln 2025 auf ein neues Rekordhoch zu: über 18 Milliarden Euro, so der aktuelle Bericht des Deutschen Bauernverbands.
Doch während die Regale sich füllen, bleiben viele Felder leer.
Nachfrage auf Rekordhoch – aber wo bleibt das Angebot?
Was als kleine Nische begann, ist längst ein Milliardenmarkt. Bioeigenmarken großer Handelsketten boomen, Supermärkte und Drogerieketten melden steigende Verkäufe – sogar der Naturkostfachhandel, jahrelang von der Konkurrenz verdrängt, feiert ein Comeback.
Und doch: Die Produktion hinkt hinterher.
Trotz der Rekordnachfrage wächst die heimische Bio-Erzeugung nur schleppend. Woran liegt das? Bürokratische Hürden, lange Umstellungszeiten, unsichere Marktbedingungen – viele Landwirt*innen zögern, auf Bio umzusteigen. Der Boom findet derzeit vor allem im Handel, nicht auf dem Acker statt.
Was bedeutet das für Verbraucher*innen – und für die Landwirtschaft?
Dass Bio gefragt ist, zeigt: Verbraucher*innen wollen nachhaltiger, transparenter, bewusster konsumieren. Doch wenn der Großteil der Bio-Produkte importiert wird, verpufft ein Teil des ökologischen und regionalen Potenzials.
Gleichzeitig wächst der Druck auf die Politik: Wie kann der Umbau der Landwirtschaft gelingen, wenn der Markt zwar zieht – aber die strukturellen Rahmenbedingungen nicht nachziehen?
Fazit: Bio ist kein Trend – sondern ein Auftrag
18 Milliarden Euro Umsatz sind ein starkes Signal. Nicht nur für den Handel, sondern auch für die Politik und für die Landwirtschaft. Der Markt ist da. Die Nachfrage wächst. Jetzt braucht es Antworten auf dem Acker.
Denn Bio ist längst kein Ideal mehr für wenige – es wird zur neuen Normalität für viele.
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