Berlin, 17. Dezember 2024 – Noch ist der letzte Tag des Jahres nicht erreicht, doch eines steht bereits fest: 2024 war das wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigte diesen historischen Höchstwert – ein weiteres, deutliches Zeichen für die beschleunigte Erderwärmung.

So warm war es noch nie“, erklärt Tobias Fuchs, Vorstand für Klima und Umwelt beim DWD. Bereits 2023 war ein Rekordjahr, 2022 zählte zu den zwei wärmsten – doch 2024 übertrifft sie alle. Selbst ohne die letzten Dezembertage liegen die Temperaturen über allem, was bislang gemessen wurde.

Auch weltweit kündigt sich ein neuer Temperaturrekord an: Das Jahr 2024 wird sehr wahrscheinlich das erste, das im globalen Mittel mehr als 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau liegt. Ein kritischer Schwellenwert, den viele Klimaforscher als Alarmgrenze betrachten.

Die Datenlage ist eindeutig: Der EU-Klimadienst Copernicus stützt seine Analyse auf Milliarden von Messpunkten – von Satelliten, Wetterstationen, Schiffen und Flugzeugen weltweit. Auch die US-Klimabehörde NOAA und die Weltwetterorganisation (WMO) sehen 2024 auf Rekordkurs.

November 2024 war weltweit der zweitwärmste November, nur knapp hinter dem Spitzenreiter. Für Samantha Burgess, stellvertretende Direktorin des Copernicus-Klimawandeldienstes, ist klar: „Mit sehr hoher Sicherheit können wir bestätigen, dass 2024 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen sein wird.“

Extreme Wetterlagen nehmen zu

Neben der Hitze zeigt sich die Klimakrise auch auf andere Weise: heftigere Regenfälle, häufiger auftretende Dürren und zerstörerische Wetterextreme prägten das Jahr. Die Schäden durch Überschwemmungen und Waldbrände nahmen weltweit zu – ein Muster, das sich 2025 noch verstärken könnte.

Der DWD will am 30. Dezember die vollständige Jahresbilanz veröffentlichen – mit Details zu Temperaturabweichungen, Niederschlägen und Sonnenscheindauer.

Für Fuchs steht fest: „Als Gesellschaft – aber auch als Einzelne – müssen wir handeln. Der Schutz unseres Klimas duldet keinen Aufschub mehr.“

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