Sie durchstreiften schon die Gewässer, als Dinosaurier die Erde beherrschten. Störe sind lebende Fossilien – uralte Giganten der Flüsse und Meere. Doch ausgerechnet diese Überlebenskünstler stehen heute kurz vor dem Aussterben.

Nun gibt es eine seltene, echte Erfolgsmeldung im Artenschutz: Bulgarien hat ein dauerhaftes Fangverbot für alle Störarten in der Donau und im Schwarzen Meer eingeführt.

Ein Fisch am Rand des Verschwindens

Störe gehören zu den am stärksten bedrohten Tiergruppen weltweit. Überfischung, Lebensraumverlust, Flussverbauung und illegale Kaviarfischerei haben ihre Bestände dramatisch schrumpfen lassen. In vielen Regionen Europas sind sie bereits verschwunden.

In Bulgarien war der Fang zwar schon seit Jahren untersagt – doch die Regelungen waren befristet und mussten immer wieder verlängert werden. Das schuf Unsicherheit und ließ Schlupflöcher offen.

Mit dem neuen, unbefristeten Verbot ist nun klar: Der Schutz gilt dauerhaft.

Ein Signal für die ganze Region

Die Donau ist einer der letzten großen Flüsse Europas, in dem noch wildlebende Störe vorkommen. Auch das Schwarze Meer ist ein wichtiger Lebensraum. Indem Bulgarien das Fangverbot nun endgültig verankert, schließt sich das Land anderen Anrainerstaaten an, die bereits dauerhafte Schutzmaßnahmen umgesetzt haben.

Das ist mehr als Symbolpolitik. Denn Störe kennen keine Landesgrenzen – ihr Schutz funktioniert nur, wenn ganze Regionen zusammenarbeiten.

Forschung, Wiederansiedlung, Schutz

Hinter dem Erfolg steht jahrelange Arbeit. Naturschutzorganisationen haben Bestände untersucht, Laichplätze kartiert, Jungfische ausgesetzt und sich politisch für strengere Regeln eingesetzt.

Besonders wichtig ist der Schutz der Laichgebiete: Nur wenn die Fische ungestört wandern und sich fortpflanzen können, haben sie eine reale Chance auf Erholung.

Mehr als nur ein Fisch

Der Schutz der Störe ist auch ein Schutz für die Flüsse selbst. Denn wo Störe überleben können, sind die Ökosysteme intakt: sauberes Wasser, freie Wanderwege, funktionierende Nahrungsketten.

Das dauerhafte Fangverbot ist deshalb nicht nur ein Sieg für eine einzelne Art. Es ist ein Schritt hin zu lebendigeren Flusslandschaften – und ein Zeichen, dass Artenschutz Wirkung zeigen kann.

In einer Zeit, in der viele Umweltmeldungen düster klingen, ist diese Entscheidung eine echte gute Nachricht:
Manchmal gelingt es doch, eine uralte Geschichte weiterzuschreiben.

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