Der Bio-Markt in Deutschland wächst weiter dynamisch. Im Jahr 2025 erreichte der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln erstmals ein Rekordniveau von über 18 Milliarden Euro. Damit setzt sich der langfristige Trend fort: Verbraucherinnen und Verbraucher legen zunehmend Wert auf nachhaltige, umweltfreundliche und tiergerechte Produktion sowie auf transparente Lieferketten.

Trotz dieser positiven Entwicklung steht die Branche jedoch vor einer großen Herausforderung. Die heimische Produktion kann mit der steigenden Nachfrage nicht Schritt halten. Viele landwirtschaftliche Betriebe zögern weiterhin bei der Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung – unter anderem aufgrund hoher Umstellungskosten, bürokratischer Anforderungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten.

Die Folge: Ein wachsender Anteil der Bio-Produkte wird importiert. Das betrifft insbesondere Obst, Gemüse und Futtermittel. Dadurch entstehen längere Transportwege, was dem Nachhaltigkeitsgedanken teilweise widerspricht und die Abhängigkeit von internationalen Märkten erhöht.

Um die Versorgung langfristig zu sichern, fordern Branchenvertreter bessere Förderbedingungen, Planungssicherheit für Landwirte sowie stärkere Investitionen in regionale Wertschöpfungsketten. Nur wenn Angebot und Nachfrage stärker in Einklang gebracht werden, kann der Bio-Markt sein Potenzial vollständig ausschöpfen.

Fest steht: Der Bio-Trend ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern Ausdruck eines grundlegenden Wandels im Konsumverhalten. Jetzt gilt es, die strukturellen Voraussetzungen zu schaffen, damit auch die heimische Landwirtschaft nachhaltig vom Boom profitieren kann.

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