Wer den Acker nachhaltig bewirtschaftet, schützt nicht nur die Erträge von morgen, sondern leistet auch aktiven Klimaschutz. Genau hier setzt ein neuer Förderaufruf des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) an: Mit dem Programm „Humusaufbau und -erhalt in der Landwirtschaft“ sollen praxisnahe Projekte gefördert werden, die zeigen, wie man Böden langfristig fruchtbar und klimawirksam bewirtschaftet.

Projektskizzen können ab sofort und ohne Frist eingereicht werden – betreut wird der Aufruf von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).


Warum Humus so wichtig ist

Landwirtschaftliche Böden speichern mehr Kohlenstoff als Wälder oder die Atmosphäre. Doch durch den Klimawandel und intensive Bewirtschaftung gehen vielerorts wertvolle Humusvorräte verloren. Damit schwindet nicht nur die Bodenfruchtbarkeit – auch die Fähigkeit der Böden, CO₂ zu binden, nimmt ab.

Das neue Förderprogramm will daher gezielt Anreize setzen, um mit innovativen Ansätzen Humus aufzubauen und den Kohlenstoffgehalt im Boden zu erhalten oder zu steigern.


Was gefördert wird: Fünf Themenfelder für mehr Bodenleben

Der Förderaufruf richtet sich an landwirtschaftliche Betriebe, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Organisationen, die mit neuen Ideen den Humusaufbau voranbringen wollen – insbesondere in Acker- und Grünlandflächen. Im Fokus stehen fünf Themenbereiche:

  1. Humusfreundliche Anbau- und Fruchtfolgesysteme
    – Entwicklung und Demonstration vom Saatgut bis zur Ernte

  2. Gezielte Kohlenstoffanreicherung
    – z. B. durch Agroforstsysteme, Hecken oder Bearbeitung des Unterbodens

  3. Sortenwahl mit Humuswirkung
    – z. B. Zwischenfrüchte, Untersaaten oder Mischkulturen

  4. Messbarkeit & Bilanzierung
    – Entwicklung standardisierter Methoden zur Bewertung von Kohlenstoffbindung und Klimanutzen

  5. Wissenstransfer in die Praxis
    – damit gute Ideen schnell auf dem Acker ankommen

Nicht unterstützt werden Projekte, die sich ausschließlich mit technischen CO₂-Speicherlösungen (wie Carbon Capture and Storage) oder mit der Bewirtschaftung von Moorböden beschäftigen.


So läuft die Förderung

Finanziert wird das Programm aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) der Bundesregierung, eingebettet in das Bundesprogramm Humus. Die FNR übernimmt die Betreuung – Projektskizzen können laufend eingereicht werden.

Gesucht werden umsetzbare, innovative Ansätze, die konkrete Verbesserungen für den Humusaufbau in der Landwirtschaft bringen – und idealerweise übertragbar sind.


Fazit: Humus als Schlüssel für die Landwirtschaft der Zukunft

Böden sind mehr als nur Anbaufläche – sie sind zentrale Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel. Mit dem neuen Förderaufruf will das BMLEH dafür sorgen, dass mehr Wissen, Innovation und Praxiserfahrung in die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Böden fließt.

Jetzt sind Projekte gefragt, die zeigen, wie Landwirtschaft und Klimaschutz Hand in Hand gehen können.

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