Sonne und Wind treiben Europas Energiewende spürbar voran: Bereits mehr als elf Prozent des Stroms stammen aus Solarenergie, rund 17 Prozent aus Windkraft. Insgesamt liefern erneuerbare Energien heute über 47 Prozent der europäischen Stromerzeugung. Auch beim gesamten Endenergieverbrauch wächst ihre Bedeutung kontinuierlich – aktuell liegt ihr Anteil bei 23 Prozent. Doch die Ziele sind ambitioniert: Bis 2030 sollen es EU-weit 42,5 Prozent sein.

Wie dieser Sprung gelingen kann, hängt nicht allein von Technologie ab. Entscheidend sind gut ausgebildete Fachkräfte, verlässliche Daten zu geeigneten Flächen und eine bessere Abstimmung zwischen Behörden. Ebenso wichtig ist politische Stabilität – und vor allem die Akzeptanz vor Ort. Denn Konflikte entstehen häufig dort, wo Transparenz fehlt und Menschen nicht frühzeitig einbezogen werden.

Ein zentraler Schlüssel liegt in der aktiven Beteiligung der Bürgerinnen. Energiegemeinschaften zeigen, wie lokaler Nutzen und Klimaschutz zusammengehen können: Wenn Kommunen, Bürgerinnen und regionale Unternehmen selbst Energie erzeugen und vermarkten, steigt nicht nur die Akzeptanz, sondern auch die regionale Wertschöpfung. Voraussetzung dafür sind faire finanzielle Beteiligungsmodelle, Offenheit und echte Mitsprache.

Rückenwind erhält der Ausbau durch die novellierte EU-Erneuerbaren-Richtlinie (RED III). Sie beschleunigt Genehmigungsverfahren und schafft mehr Planungssicherheit für Investitionen. Gleichzeitig braucht es europaweit ein koordiniertes Flächen-Mapping sowie den konsequenten Ausbau von Netzen, Speichern und intelligenten Stromsystemen.

Die Energiewende ist mehr als eine technische Transformation. Sie ist ein gemeinsames europäisches Projekt, das nur dann erfolgreich sein kann, wenn es solidarisch, gerecht und transparent umgesetzt wird – und wenn alle daran teilhaben können.

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