Wenn es im Kartoffelfeld leise wumm-wumm macht, dann ist sie wieder unterwegs: die Käferklatsche aus Zeitlarn. Kein Hightech-Monster, kein Chemie-Keulenschlag – sondern eine ebenso clevere wie nachhaltige Erfindung aus der Hand eines Biolandwirts, der genug hatte vom täglichen Kriechgang durch die Reihen.

Michael Gallinger, Ökobauer und Maschinenbauer aus Leidenschaft, hat dem Kartoffelkäfer den Krieg erklärt – mit rotierenden Paddeln, einer Auffangwanne und einer guten Portion Tüftlergeist. Sein Gerät nennt er liebevoll „Beetle Collector“. Die Technik: einfach. Die Wirkung: erstaunlich.


Beetle Collector – Schädlingsbekämpfung mit Stil

Der Aufbau erinnert an ein Lastenrad: Zwei Räder, dazwischen eine rotierende Welle mit flexiblen Schlägern – darunter eine kippbare Wanne. Per Akkuschrauber oder Elektromotor wird die Welle in Schwung gebracht, die Paddel streifen über die Kartoffelstauden und klopfen die Käfer und ihre Larven sanft, aber bestimmt von den Pflanzen.

Was zurückbleibt: eine Wanne voller Kartoffelkäfer – und Pflanzen, die weiterleben dürfen.

„In Trockenjahren war der Schaden enorm,“ sagt Gallinger. „Wir haben per Hand abgesammelt, aber ganze Stauden wurden trotzdem kahlgefressen. Eine bessere Lösung musste her.“


Von der Handmaschine zur Traktor-Version

Was als handgeführter Prototyp begann, ist heute ein ausgereiftes System. Neben der leichten Version für kleinere Betriebe oder Hobbygärtner hat Gallinger auch eine Traktor-Anbauvariante entwickelt – für zwei oder vier Reihen, mit hydraulischem Antrieb und fein justierbarer Technik.

Die Paddel schütteln die Stauden von beiden Seiten durch, das Ungeziefer wird gezielt in Sammelbehälter geschleudert. Höhe, Drehzahl, Reihenabstand – alles lässt sich stufenlos einstellen.

Ein echtes Öko-Präzisionswerkzeug, das nicht nur effizient, sondern auch vollkommen chemiefrei arbeitet.


Nachhaltigkeit aus dem Maschinenbaukasten

Gallinger empfiehlt, das Gerät nach dem Einsatz kurz stehen zu lassen – damit Nützlinge entkommen können, bevor die Wanne entleert wird. So entsteht ein Gleichgewicht im Feld: gezielte Schädlingsbekämpfung ohne Kollateralschäden.

Die Innovation wurde auf den Öko-Feldtagen vorgestellt – und sorgte dort für Aufsehen. Denn sie zeigt, wie bäuerlicher Einfallsreichtum Hightech ersetzen kann, wenn Know-how und Naturverständnis zusammenkommen.


Fazit: Wenn Not erfinderisch macht – entsteht manchmal Großartiges

Was mit Frust über kahlgefressene Kartoffeln begann, ist heute ein Paradebeispiel für klimafreundliche, ressourcenschonende Landwirtschaft. Der Beetle Collector ist mehr als eine Maschine. Er ist ein Symbol für den Willen, neue Wege zu gehen – mit Kreativität statt Chemie.

Käfer, zieht euch warm an. Der nächste Sommer kommt – und Gallingers Käferklatsche rollt schon.

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