Frage: Wann hast du begonnen, dich für Umweltthemen zu interessieren?

Antwort: Ich glaube, es war ein schleichender Prozess. Erst waren es Bilder von brennenden Wäldern, dann Dokus über Plastik im Meer. Aber der Moment, in dem ich wirklich verstanden habe, dass es um unsere Existenz geht, war in der Schule – bei einem Vortrag über Kipppunkte im Klimasystem. Da wurde mir klar: Wenn wir jetzt nichts tun, wird es irgendwann zu spät sein.

Frage: Viele Menschen sagen: „Ein einzelner Mensch kann sowieso nichts bewirken.“ Was denkst du dazu?

Antwort: Das höre ich oft, und es frustriert mich. Aber es stimmt nicht. Jeder große Wandel beginnt mit Einzelnen. Wenn niemand etwas tut, bleibt alles, wie es ist. Aber wenn immer mehr Menschen sich trauen, aufzustehen, entsteht Bewegung. Es geht nicht darum, perfekt zu sein – sondern darum, anzufangen. Ich bin auch nicht perfekt. Aber ich bin aktiv. Und das zählt.

Frage: Was genau machst du als Klimaaktivist:in?

Antwort: Unterschiedliches. Ich nehme an Demos teil, arbeite an Kampagnen mit, spreche an Schulen über die Klimakrise. Manchmal schreiben wir offene Briefe an Politiker oder setzen uns mit Unternehmen auseinander, die Greenwashing betreiben. Es ist harte Arbeit – viele sehen nur die Proteste, aber dahinter steckt viel Recherche, Organisation und auch emotionale Belastung.

Frage: Emotionale Belastung – kannst du das näher erklären?

Antwort: Ja. Es ist nicht leicht, sich täglich mit der Zerstörung unseres Planeten zu beschäftigen. Man sieht, was auf uns zukommt: Dürren, Überschwemmungen, Hunger, Verlust von Lebensräumen. Und gleichzeitig sieht man, wie wenig sich politisch ändert. Das macht wütend, manchmal auch traurig. Aber wir sind viele, und wir halten zusammen. Das hilft.

Frage: Was würdest du dir von der Politik wünschen?

Antwort: Ehrlichkeit. Mut. Konsequenz. Wir brauchen keine neuen Versprechen, sondern Taten. Ich wünsche mir, dass Entscheidungen nicht mehr nach dem kurzfristigen wirtschaftlichen Vorteil getroffen werden, sondern mit Blick auf kommende Generationen. Klimaschutz darf kein Randthema mehr sein – es muss in allen Entscheidungen mitgedacht werden, ob bei Verkehr, Bildung oder Stadtplanung.

Frage: Und was gibst du anderen jungen Menschen mit?

Antwort: Du musst nicht alles wissen, um anzufangen. Und du musst dich nicht allein fühlen. Suche dir Menschen, die ähnlich denken. Schließe dich einer Gruppe an oder starte etwas an deiner Schule oder in deiner Nachbarschaft. Stell Fragen. Werde unbequem. Und gib nicht auf – auch wenn es manchmal schwerfällt. Veränderung ist möglich. Aber nur, wenn wir gemeinsam daran arbeiten.

Frage: Was ist dein größter Wunsch für die Zukunft?

Antwort: Dass meine Kinder – wenn ich irgendwann welche habe – nicht zurückblicken und fragen: „Warum habt ihr nichts getan?“
Ich möchte sagen können: „Ich habe alles gegeben.“

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