Der ökologische Landbau in Sachsen-Anhalt verzeichnet einen spürbaren Rückgang. Nach aktuellen Angaben des Landwirtschaftsministeriums wurden im Jahr 2024 rund 112.000 Hektar ökologisch bewirtschaftet. Das entspricht einem Minus von etwa 8.000 Hektar im Vergleich zu 2023. Gleichzeitig sank die Zahl der zertifizierten Öko-Betriebe um 37 auf knapp 600.

Ursachen: Förderungen laufen aus, wirtschaftlicher Druck steigt

Hauptgrund für die Abnahme ist nach Einschätzung des Ministeriums das Auslaufen umfangreicher Förderprogramme. In den vergangenen Jahren hatten finanzielle Anreize viele konventionelle Betriebe dazu bewegt, auf ökologische Landwirtschaft umzustellen. Diese Förderungen boten eine gewisse Planungssicherheit und glichen Mehraufwand sowie geringere Erträge teilweise aus. Mit der Reduzierung der Zahlungen sehen sich viele Landwirte nun vor wirtschaftliche Herausforderungen gestellt.

Die gestiegenen Betriebskosten – insbesondere für Personal, Energie und Maschinen – sowie schwankende Preise für Bio-Produkte erschweren zusätzlich die Situation. Einige Landwirte berichten, dass sich die ökologische Bewirtschaftung ohne ausreichende staatliche Unterstützung wirtschaftlich kaum noch tragen lässt.

Folgen für die Region und den Markt

Der Rückgang könnte langfristig Auswirkungen auf den regionalen Bio-Markt haben. Weniger Öko-Betriebe bedeuten geringere Mengen an Bio-Produkten aus heimischer Produktion. Dies könnte zu steigenden Preisen und einer stärkeren Abhängigkeit von Importen führen. Zugleich gerät das Ziel, den Anteil der ökologischen Landwirtschaft bundesweit deutlich auszubauen, in Gefahr.

Reaktionen und Forderungen

Landes- und Bundespolitik stehen unter Druck, neue Anreize zu schaffen. Landwirtschaftsverbände fordern eine verlässliche Förderkulisse und langfristige Perspektiven für Bio-Betriebe. Die Diskussion dreht sich auch um die Frage, wie Verbraucher stärker für Bio-Produkte gewonnen werden können, um die Nachfrage und damit die Wirtschaftlichkeit des Ökolandbaus zu stabilisieren.

Prognose

Ob der negative Trend anhält, hängt maßgeblich davon ab, ob Politik und Märkte auf die aktuellen Herausforderungen reagieren. Sollte es keine neuen Förderprogramme geben und die Preise für Bio-Produkte weiter stagnieren, könnte sich der Rückgang fortsetzen – mit Konsequenzen für Umweltziele, regionale Wertschöpfung und die Vielfalt in der Landwirtschaft.

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