Interviewer: Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland hat 2025 ein neues Rekordhoch erreicht. Wie ordnen Sie diese Entwicklung ein?
Antwort:
Das ist ein starkes Signal für die gesamte Branche. Die Nachfrage nach Bio-Produkten wächst kontinuierlich – sowohl im Lebensmitteleinzelhandel als auch im Naturkostfachhandel. Verbraucherinnen und Verbraucher greifen bewusster zu und verbinden Bio zunehmend mit Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit.
Interviewer: Kann die heimische Produktion mit diesem Wachstum Schritt halten?
Antwort:
Nicht immer. In einigen Produktbereichen übersteigt die Nachfrage das inländische Angebot. Das betrifft unter anderem Obst, bestimmte Gemüsearten sowie verarbeitete Produkte. In solchen Fällen wird auf Importe zurückgegriffen, um Versorgungslücken zu schließen.
Interviewer: Woran liegt es, dass die Produktion nicht schneller wächst?
Antwort:
Die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft braucht Zeit, Planungssicherheit und Investitionen. Zudem stehen Betriebe vor Herausforderungen wie steigenden Betriebskosten, Fachkräftemangel und klimatischen Risiken. Auch Flächenverfügbarkeit und langfristige Lieferverträge spielen eine wichtige Rolle.
Interviewer: Welche Chancen ergeben sich daraus?
Antwort:
Für landwirtschaftliche Betriebe bietet sich die Möglichkeit, in einen wachsenden Markt einzusteigen. Gleichzeitig können regionale Wertschöpfungsketten gestärkt werden. Wenn Erzeugung, Verarbeitung und Handel enger zusammenarbeiten, lassen sich Angebot und Nachfrage besser ausbalancieren.
Interviewer: Wie sehen die Perspektiven für die kommenden Jahre aus?
Antwort:
Sollte die Nachfrage weiter steigen, wird der Ausbau der heimischen Produktion entscheidend sein. Förderprogramme, Investitionen in Verarbeitungskapazitäten und stabile Marktbedingungen können dazu beitragen, die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage zu verringern.
Das Rekordjahr 2025 zeigt jedenfalls: Bio ist längst kein Nischenmarkt mehr, sondern ein zentraler Bestandteil des deutschen Lebensmittelmarktes.
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