Die EU-Kommission hat eine gezielte Revision der EU-Öko-Verordnung angekündigt. Ziel ist es, einzelne Regelungen zu vereinfachen und auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu Import- und Kennzeichnungsvorgaben für Bio-Produkte aus sogenannten gleichwertigen Drittstaaten zu reagieren. OPTA Europe, der Verband der europäischen Bio-Verarbeiter und -Händler, begrüßt diesen Schritt – fordert jedoch weitergehende Verbesserungen.

„Diese Revision ist mehr als eine technische Anpassung. Sie bietet die Chance, Regelungen zu korrigieren, die in der Praxis nicht funktionieren“, sagt OPTA-Europe-Generalsekretärin Aurora Abad. Der Verband sieht insbesondere Handlungsbedarf beim Bürokratieabbau, etwa durch klarere und praktikablere Vorgaben zu Reinigungs- und Desinfektionsmitteln in der Bio-Verarbeitung.

Zudem spricht sich OPTA Europe für einheitliche Regeln zur gezielten Anreicherung bestimmter Bio-Lebensmittel aus, um Marktverzerrungen zu vermeiden und Verbraucherinnen und Verbraucher besser zu erreichen. Auch der Erhalt des Prinzips der „Bio-Gleichwertigkeit“ im internationalen Handel sowie die Verlängerung bestehender Handelsabkommen mit Drittstaaten seien entscheidend, um Lieferketten stabil zu halten und Verbraucher nicht durch unterschiedliche Bio-Logos zu verunsichern.

Ein weiterer zentraler Punkt sind klarere und schnellere Verfahren beim Umgang mit nicht zugelassenen Stoffen in Bio-Produkten. Lange Untersuchungszeiträume belasteten Unternehmen wirtschaftlich und schadeten ihrer Reputation. „Es geht nicht darum, Standards abzusenken, sondern aus der Praxis zu lernen und die Umsetzung zu verbessern“, betont Abad.

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