In Europa treten immer häufiger Wetterlagen auf, bei denen sich das Wetter über längere Zeit kaum verändert. Meteorologen sprechen von sogenannten blockierten Wetterlagen. Dabei bleibt ein großes Hochdruckgebiet nahezu stationär und lenkt Tiefdruckgebiete um – mit teils extremen Folgen für verschiedene Regionen.
Was bedeutet „blockiertes Wetter“?
Normalerweise ziehen Wetterfronten von West nach Ost über Europa. Bei einer Blockade wird diese Bewegung jedoch gestört: Ein stabiles Hochdrucksystem wirkt wie eine Barriere und zwingt andere Wettersysteme, auszuweichen oder über Tage und Wochen an Ort und Stelle zu verharren.
Das Ergebnis ist ein starkes Nord-Süd-Gefälle: Während einige Regionen ungewöhnlich lange trocken oder kalt bleiben, können andere von anhaltendem Regen oder Stürmen betroffen sein.
Kälte im Norden, Starkregen im Süden
Blockierte Wetterlagen können kalte Luftmassen aus der Arktis nach Nord- und Osteuropa lenken. Gleichzeitig stauen sich feuchte Luftmassen über dem Mittelmeerraum, was zu intensiven Niederschlägen und Sturzfluten führen kann. Wissenschaftliche Analysen zeigen, dass solche Wetterextreme häufig mit blockierenden Hochdrucklagen zusammenhängen.
Ein Beispiel sind schwere Überschwemmungen im Mittelmeerraum, bei denen außergewöhnlich hohe Regenmengen innerhalb kurzer Zeit gemessen wurden.
Warum diese Wetterlagen problematisch sind
Das Besondere an blockierten Mustern ist ihre Beständigkeit: Extreme Bedingungen halten länger an als gewöhnlich. Das kann zu mehreren Problemen führen:
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anhaltende Kälteperioden und Frostschäden im Norden
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Sturzfluten und Überschwemmungen im Süden
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hohe Belastung für Landwirtschaft, Infrastruktur und Katastrophenschutz
Forschende beobachten zudem, dass solche langlebigen Wetterlagen mit einem instabileren Jetstream zusammenhängen können, was im Kontext des Klimawandels intensiv untersucht wird.
Ein Blick nach vorn
Obwohl einzelne Wetterereignisse nicht direkt auf den Klimawandel zurückgeführt werden können, zeigen Studien, dass blockierte Wetterlagen eine zentrale Rolle bei europäischen Extremereignissen spielen. Das Verständnis dieser Muster wird deshalb immer wichtiger, um bessere Frühwarnsysteme und Anpassungsstrategien zu entwickeln.
Die jüngsten Wetterextreme in Europa verdeutlichen: Nicht nur einzelne Stürme, sondern vor allem langanhaltende atmosphärische Blockaden bestimmen zunehmend, wo es zu Kälte, Starkregen oder Überschwemmungen kommt.
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