Zwei Projekte zeigen beispielhaft, wie angewandte Forschung und landwirtschaftliche Praxis in der ökologischen Landwirtschaft zusammenspielen können: Zum einen geht es um die Nutzung nasser Moore durch Paludikultur, zum anderen um die Verbesserung des Nährstoffmanagements durch praxisorientierte Feldschulungen auf Biobetrieben.
Paludikultur: Moorschutz durch nasse Nutzung
Im Rahmen eines auf zehn Jahre angelegten Projekts erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten, wie wiedervernässte Moorflächen wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll genutzt werden können. Die sogenannte Paludikultur – also landwirtschaftliche Nutzung nasser oder feuchter Moore – gilt als zukunftsweisende Lösung für den Moorschutz.
Moore sind bedeutende Kohlenstoffspeicher. Wird ein Moor trockengelegt, setzt es große Mengen CO₂ frei. Durch Wiedervernässung lassen sich diese Emissionen drastisch reduzieren. Gleichzeitig entstehen neue Chancen für eine alternative Nutzung, etwa durch den Anbau von Rohrkolben, Schilf, Torfmoosen oder Seggen, die als Bau- oder Dämmstoff, Substrat oder Biomasse genutzt werden können.
Das Projekt auf oekolandbau.de zeigt, wie Forschung, Praxis und Politik zusammenarbeiten müssen, um die ökologischen Vorteile zu sichern und gleichzeitig wirtschaftliche Perspektiven für die Landwirtschaft zu schaffen.
Field School: Nährstoffmanagement im Öko-Betrieb verbessern
Parallel dazu arbeitet die sogenannte „Field School“ mit mehr als 60 ökologisch wirtschaftenden Betrieben an der Optimierung des Nährstoffmanagements. Ziel ist es, praxisnahe Strategien zu entwickeln, die auf die individuellen Bedingungen der Betriebe abgestimmt sind. Im Mittelpunkt stehen dabei:
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die standortangepasste Düngung,
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der gezielte Einsatz von Leguminosen,
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die Verbesserung der Humusbilanz,
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und die Reduktion von Nährstoffverlusten.
Die „Field School“ versteht sich dabei nicht als klassische Schulung, sondern als Kooperationsplattform, in der landwirtschaftliche Erfahrung, wissenschaftliche Expertise und praktische Umsetzung zusammenkommen. Durch Feldversuche, Betriebsvergleiche und Workshops entstehen regionale Lernnetzwerke, die den Wissenstransfer beschleunigen.
Fazit
Beide Initiativen zeigen: Nachhaltige Landwirtschaft ist dann besonders wirksam, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die Praxis übersetzt werden – und wenn Landwirtinnen und Landwirte aktiv an der Entwicklung neuer Methoden beteiligt sind. Ob beim Schutz sensibler Ökosysteme wie Moore oder beim ressourcenschonenden Nährstoffmanagement – die Verbindung von Forschung und Betrieb ist der Schlüssel für die Agrarwende.
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